Max Schwimmer

Max Schwimmer (1895 – 1960) wurde 1895 in Leipzig als Sohn eines Buchbinders geboren.

In Leipzig besuchte er das Lehrerseminar. Im Ersten Weltkrieg wurde er als Soldat zurm Militär einberufen.

Nach Kriegsende begann er 1919 an der Leipziger Universität mit dem Kunstgeschichts- und Philosophie-Studium. Hier liegen die Anfänge seiner künstlerischen Tätigkeit. Er arbeitete für die Satirezeitschriften. Mit Hilfe Johannes R. Bechers gelang es Schwimmer, sich in der linken Kunstszene zu etablieren. Nach einer Reise durch Frankreich und Italien begann Schwimmer die Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule in Leipzig. 1922 heiratete er die Grafikerin Eva Götze (1901–1986), mit der er zwei Töchter hatte (Gabriele *1923, Francis *1925). Das Paar trennte sich 1933. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wurde er 1933 sofort aus dem Lehramt entlassen. 1937 wurden in der Aktion „Entartete Kunst“ nachweislich acht seiner Bilder aus dem Museum der bildenden Künste Leipzig beschlagnahmt und bis auf eines vernichtet.[1] Schwimmer widmete sich nun mehr der Buchillustration, bis 1944 erschienen über 25 von ihm illustrierte Titel. 1939 wurde er in Leipzig zum Sanitätshilfsdienst eingezogen, bald darauf aber wieder entlassen. 1943 heirateten Max Schwimmer und die Malerin Ilse (Ilske) Naumann (1915–1969). Am 24. August 1944 wurde Max Schwimmer endgültig zur Wehrmacht eingezogen. Nach einem Vorbereitungslager in Komotau wurde er Ende September 1944 zur Wachmannschaft des Kriegsgefangenenlagers Stalag IV B in Mühlberg/Elbe verlegt. Im April 1945 flüchtete die Wachmannschaft des Kriegsgefangenenlagers nach Altenburg in die amerikanische Besatzungszone. Schwimmer schlug sich zu Fuß zu seiner Frau nach Wohlbach im Vogtland durch.[2][3] Max Schwimmer (links) und Conrad Felixmüller (1950) Nach Kriegsende trat er der KPD bei und erhielt 1946 eine Berufung als Professor und Leiter der Abteilung Graphik an die Staatliche Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe.[4] Dort war er von 1946 bis 1950 tätig. 1951 wurde er infolge einer gezielten Kampagne von seiner Tätigkeit entbunden. Am 29. Oktober 1951 wurde er offiziell an die Dresdner Hochschule für Bildende Künste als Leiter der Abteilung Grafik berufen, wo er bis zu seinem Tod blieb. Schwimmer starb am 12. März 1960 infolge eines Herzinfarkts.[5] Am 23. März 1960 fand auf dem Friedhof Leipzig-Lindenau die Urnenbeisetzung statt. Max Schwimmer zählt als expressiver Realist zu den bedeutenden Malern Sachsens des 20. Jahrhunderts. Er war seit 1952 Mitglied der Akademie der Künste zu Berlin. Zum im Besitz der Stadtbibliothek Leipzig befindlichen Nachlass des Künstlers zählen 72 Gemälde, 30 Gouachen, 1494 Aquarelle, 1880 Zeichnungen, 2335 Buchillustrationen. Darunter befinden sich 1267 Werke aus dem Besitz Ilske Schwimmers, der zweiten Frau Max Schwimmers.